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Nachrichten

01.02.2010 - 22:45 Uhr

Viertes IQ-Dreiländertreffen: Qualitätssicherung in der Schweiz

(initiative-qualitaet.de) Zum vierten Mal trafen sich VertreterInnen der deutschen, österreichischen und Schweizer Qualitätsinitiativen – diesmal auf Einladung der Schweizer Mitte Januar in Zürich. Diese Dreiländertreffen dienen überwiegend dem Erfahrungs- und Informationsaustausch über Aktivitäten der Initiativen. Zugleich bietet sich die Gelegenheit, die Lage der Medien in den drei Ländern zu vergleichen und Modelle der Qualitätssicherung kennen zu lernen. Die Schweizer Qualitätsinitiative unter der Leitung von Philipp Cueni (Chefredakteur des Medienmagazins „Edito“) hatte dazu Referenten aus Presse und Rundfunk eingeladen.

So informierte Res Strehle, Co-Chefredakteur des „Tages-Anzeigers“ in Zürich, über sein Modell „Nachrichten plus“, mit dem er Ertragsrückgang und Auflagenschwund begegnen will. Strehle setzt dabei auf ausgeprägte Recherche, mehr Analyse, Anreiz durch überraschende Blickwinkel und Themen, auf Service, unterhaltenden Stil und großzügige Bildgestaltung, um jene Nachrichten zu ergänzen, die seine LeserInnen bereits anderen Medien entnommen haben. Das neue Qualitätskonzept wird seit einem halben Jahr von der (allerdings – wie in anderen Verlagen auch – reduzierten) Zeitungsredaktion umgesetzt und zeitigt erste Erfolge. Zugleich vergrößerte der „Tages-Anzeiger“ die Onlineredaktion (http://www.tagesanzeiger.ch/) und kooperiert im Netz mit anderen Schweizer Tageszeitungen.

Qualitätssicherung mit sanftem Druck von Seiten der Medienaufsicht – das ist das Konzept des staatlichen Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) für den Rundfunk. Ihr Vizedirektor Christoph Ramsauer schilderte, dass die Konzessionsvergabe an Produktions- und Programmfaktoren geknüpft wird, wobei neben Formenvielfalt sowie Zahl, Ausbildung und Honorierung der Mitarbeiter auch Fragen der Weiterbildung und Qualitätsrichtlinien eine Rolle spielen. Dass es nicht bei der „Papierform“ bleibt, dafür sollen regelmäßige wissenschaftliche Evaluationen sorgen. Entstanden ist in diesem Zusammenhang ein aufwendiges Handbuch zur Aus- und Weiterbildung von Programmschaffenden, das Anregungen auch für deutsche Rundfunkstationen bietet (www.bildungshorizonte.ch).
 
Die (wirtschaftliche) Situation der Medien in den Nachbarländern weist keine gravierenden Unterschiede auf: Überall ist Sparkurs angesagt. Die nächste Begegnung der drei Qualitätsinitiativen ist für Januar 2011 in Deutschland vorgesehen.

http://www.initiative-qualitaet.de/http://www.initiative-qualitaet.de/

Ein weiterer Artikel über das Dreiländertreffen von Peter Widlok erschien in Funkfenster Online:

http://www.lfm-nrw.de/funkfenster/medien_ausland/iq.php3

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