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08.11.2007 - 13:51 Uhr
Verein Qualität im Journalismus vergibt den Medien-Award ans „Bieler Tagblatt“ und an die SDA
(quajou.) Der Verein Qualität im
Journalismus vergab am 7. November 2007 in Basel zum vierten Mal den
Medien-Award für Qualitätsinitiativen. Ausgezeichnet wurden das „Bieler
Tagblatt“ für ihr Gemeindemonitoring und die Verbesserungen im Bereich
Lokaljournalismus sowie die SDA für ihr mehrstufiges
Dienstkritik-System.
„Qualität ereignet sich im Alltag. Es zählen nicht die Tagungsbeiträge
und nicht die Awards, sondern die am Dienstpult und in den Redaktionen
gesetzten Impulse. Sie beeindruckten die Jury vor allem in den Fällen,
wo die Organisation nicht mit feudalen Budgets ausgestattet, sondern
mit der ebenfalls schweizerisch-alltäglichen Bedrängnis des Geldmangels
konfrontiert war“, begründete Laudator und Jurymitglied Karl Lüönd die
Vergabe des Medien-Awards des Vereins Qualität im Journalismus. Die
Verleihung fand am 7. November 2007 anlässlich der Herzberg-Tagung in
Basel statt.
Der Verein Qualität im Journalismus zeichnet mit dem Medien-Award seit
2001 jedes zweite Jahr redaktionelle Initiativen zur Qualitätssicherung
aus. Gewinner waren dieses Mal das „Bieler Tagblatt“ und die
Schweizerische Depeschenagentur SDA.
Das prämierte Projekt „Gemeindemonitoring“ des „Bieler Tagblatts“
basiert auf einer Analyse aus dem Jahr 2006, die genauer untersucht,
wie das Blatt über die einzelnen Gemeinden im sehr grossen
Einzugsgebiet berichtet. Dabei ergab sich, dass manche Gemeinden gar
nicht berücksichtigt, andere überrepräsentiert, die Hauptorte Biel und
Lyss jedoch entgegen der Einschätzung vieler Leserinnen und Leser
publizistisch eher zu wenig berücksichtigt wurden. Die Zeitung gab in
zehn mangelhaft abgedeckten Gemeinden Gegensteuer, verbesserte an
diesen Orten das Korrespondentennetz und die Kommunikation mit den
Korrespondenten. Ausserdem finden seitdem regelmässig
Netzwerk-Veranstaltungen mit Behördenvertretern auf der Redaktion statt.
Der Jury des Vereins Qualität im Journalismus gefiel das Konzept, weil
es auch kleinere Zeitungen nutzen können. „Das Management der
Lokalkorrespondenten wird an manchen Orten vernachlässigt. Einmal mehr
fällt das ‚Bieler Tagblatt’ durch pragmatische und kostensparende,
einfache Lösungen auf“, so Laudator Karl Lüönd bei der Vergabe.
Als zweites Projekt wurde die mehrstufige Dienstkritik der
Schweizerischen Depeschenagentur SDA ausgezeichnet. Die Redaktion ist
stark dezentral organisiert und umfasst redaktionelle Mitarbeitende in
drei Sprachregionen. Der Chefredaktor meldet sich viermal jährlich mit
einem Newsletter zu Wort, der stellvertretende Chefredaktor monatlich,
die Ressortleiter wöchentlich, und einmal im Quartal wird einem Kunden
Gelegenheit zur Kritik gegeben. Darüber hinaus gibt es einen Blog für
alle Mitarbeitenden. „Vorbildlich, dass die organisierte Dienstkritik
protokolliert und referiert wird. Hier nimmt der Marktleader seine
Verantwortung wahr und setzt Massstäbe“, so der Laudator.
Zu den Bewerbern zählte auch Schweizer Radio DRS mit dem von der Jury
als „exzellent“ gewürdigten Handbuch „Sprechen am Mikrofon“, SF TV mit
seinen „Publizistischen Leitlinien“, die „Aargauer Zeitung“/
„Mittelland Zeitung“, die mit den Seiten „Piazza“ und „Meinung“ der
journalistischen Analyse, Einordnung und Orientierung in besonderer
Weise nachkommt, sowie der Basler Typograf Romano Hänni, der mit einer
Analyse „Das Bild in der Zeitung“, erschienen in den „Typografischen
Monatsheften“, grundlegende Einblicke in den Fotojournalismus
ermöglicht.
Sämtliche Eingaben sind einer Dokumentation zusammengefasst, die auf
der Webseite des Vereins Qualität im Journalismus unter www.quajou.ch
greifbar ist. Sie sollen alle als Anregungen dienen, mit welchen
Mitteln zur Erhöhung der journalistischen Qualität beigetragen werden
kann.
Jury-Mitglieder waren Sylvia Egli von Matt (Direktorin der Schweizer
Journalistenschule MAZ, Luzern), Marco Färber (ehem. Chefredaktor SR
DRS, Winterthur), Karl Lüönd (Publizist und Autor, Zürich), Karin
Müller (Moderatorin Schweizer Radio DRS, Zürich), Stephan Russ-Mohl,
Professor für journalistische Praxis und Redaktionsmanagement,
Università della Svizzera italiana, Lugano) und Michael Walther
(freischaffender Journalist, Autor, Initiant Medien-Award, Flawil).
Autor: Michael Walther, Vorstandsmitglied Verein Qualität im Journalismus/www.quajou.ch
Dokumentation zum Award
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