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Herzberg – Unsere TagungDie Herzberg-Tagungen sind unser ständiges Projekt. An diesem Anlass
gibt der Verein Qualität im Journalismus jährlich mit einem
qualitätsrelevanten Thema Impulse. Die Tagung findet seit 1999 jeweils
im Herbst statt. Der Name Herzberg rührt daher, dass die Tagung in den
beiden ersten Jahren auf dem Herzberg bei Aarau statt fand. Inzwischen
sind wir mit unserer Veranstaltung meist bei bekannten
Medieninstitutionen oder Medienunternehmen zu Gast. Verein Qualität im Journalismus setzt mit 10. Herzberg-Tagung zum Thema Journalismus und Trauma Thema – Was für Blaulichtorganisationen gilt, trifft auf Journalisten auch zu(pd.) An seiner 10. Jahrestagung machte der Verein Qualität im Journalismus die Gefährdung von Journalistinnen und Journalisten durch Traumata zum Thema. Die Tagung war ein Erfolg. 60 Prozent der journalistischen Meldungen, rechnet Mark Brayne vom „Dart Centre for Journalism and Trauma“ in London, haben ein traumatisches Erlebnis zum Gegenstand. Vom Recht, nicht traumatisiert zu werden, sprach Gregor Sonderegger, Russlandkorrespondent von Schweizer Fernsehen. Er weilte im September 2004 als Berichterstatter in Beslan. Die Konfrontation mit traumatischen oder traumatisierenden Erlebnissen ist beileibe nicht nur Sache von Auslands- oder Kriegsberichterstattern. Häufiger betroffen sind Lokaljournalistinnen und -journalisten. Gemäss einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 1999 haben drei Viertel der Journalistinnen und Journalisten Erlebnisse mit Feuer, zwei Drittel mit Autounfällen und 60 Prozent mit Mordfällen. Die Auseinandersetzung mit den „tristen Aspekten des Lebens“, wie es an der Tagung genannt wurde, sei weniger belastend, wenn man das Gefühl habe, irgendwem nützlich zu sein, so ORF-Journalist Christoph Feurstein. Sein Beispiel machte deutlich, dass häufig gerade junge und unerfahrene Kolleginnen und Kollegen an die Tatorte von Unfällen und Verbrechen geschickt werden. Bei Natascha Kampuschs Verschwinden 1998 wurde der gerade einmal 26-Jährige zum Interview mit der verzweifelten Mutter aufgefordert. „Es hiess, schicken wir den Jüngsten. So habe ich das Thema geerbt.“ Eine Reihe von Journalistinnen und Journalisten berichteten, wie sie mit dem Problem umgehen. Bei Radio Pilatus wird nach Anzeichen von Traumatisierungen unter jungen Redaktionsmitgliedern mit dem Care-Team der Kantonspolizei Luzern zusammengearbeitet. Deren Ausbildungschefin Brigitte Dubacher implementierte die Traumavorbeugung und -verarbeitung in ihrem Korps. Auch sie setzt auf die Bringschuld der Arbeitgeber, nicht die Holschuld der Arbeitnehmer: „Ein Betrieb hat die Verantwortung, die Betreuungsangebote zur Verfügung zu stellen. Was für die Blaulichtorganisationen gilt, trifft auch für die Journalisten zu.“ Mit dem Tagungsthema Trauma hat der Verein Qualität im Journalismus ein Thema gesetzt. Hierzulande bietet gerade einmal die Schweizer Journalistenschule MAZ einen Kurs dazu an. Wiederholt war während der Veranstaltung von der Ökonomie die Rede. So wurde beispielsweise konstatiert, dass schlimmstenfalls ein Gerichtsprozess oder ein Todesfall nötig sei, bis die Chefs in den Redaktionen das Thema wirklich ernst nehmen. Das letzte Wort in Sachen Traumaverhütung und -behandlung dürfte in den Schweizer Medienhäusern noch nicht gesprochen sein. Der Anlass fand im „Sportstudio“ von SF Schweizer Fernsehen statt und wurde moderiert von Patrick Rohr. Die ausführliche Dokumentation zur Herzberg-Tagung 2008 finden Sie hier.Werkstattberichte von Praktikern“ Die übernächste Herzberg-Tagung findet im November 2007 statt. Informationen erhalten Sie als Mitglied. Tragen Sie sich unter Kontakt ein. |
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© verein qualität im journalismus, 2005 · info@quajou.ch |
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